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An(ge)dacht
Monatsspruch für April: Wacht und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallt! (Matthäus 26,41)
Die Angst eines Freundes nicht spüren, sondern einschlafen und von eben dem Freund geweckt werden, dem man eigentlich im Gebet
beistehen wollte – das war den drei Jüngern passiert, die mit Jesus nachts im Garten waren. Er hatte sie mitgenommen, weil er Gemeinschaft brauchte, um sich auf diesen schweren Weg vorzubereiten.
Zwar muß er da „allein durch“, wie es mancher heutiger Zeitgenosse formulieren würde, aber im gemeinsamen Gebet erträgt es sich leichter – vor allem während der Zeit des Wartens im
Garten. „Wacht mit mir.“, sagte Jesus zu den Jüngern.
Aber sie wurden übermannt vom Schlafen. Kein noch so großes Mitgefühl konnte sie wachhalten. Sicherlich war es schon sehr
geworden – sie hatten gerade ein langes Abschiedsmahl gehabt, es war dunkel und mitten in der Nacht. Und irgendwann muß doch auch ein solcher Tag mal enden. Die Jünger hatten wohl noch immer
nicht begriffen, daß der Abschied von ihrem Herrn tatsächlich bevorstand. Sie hatten schon so vieles von Jesus gehört, er hatte auch schon oft von seinem bevorstehenden Leiden gesprochen, und dennoch
war bisher jeder Tag einfach friedlich zuende gegangen, ohne daß wirklich etwas passiert war.
Mit Jesus wachen – sie hätten es aber gar nicht für Jesus tun sollen, sondern für sich selbst. Wacht und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallt. Wacht und betet, daß ihr selbst nicht fallt – wenn ihr seine Verhaftung erlebt, wenn ihr seht, wie man ihn
schlägt, verhört und ihn kreuzigt – und wenn dann kein Wunder mehr geschieht. Daß ihr nicht fallt, wenn es dann anscheinend gar keine Hoffnung mehr gibt. Daß ihr nicht fallt, sondern stark seid.
Daß auch Ihr nicht fallt, sondern stark seid. So vieles geschieht heute, was uns die Hoffnung nehmen könnte. Wo kein Wunder
geschieht, was die Menschen gerettet und das Leid gemindert hätte. So viele Bilder von Leid kommen Morgen für Morgen in den Briefkasten und Abend für Abend in den Fernseher. Wenn sie Mitgefühl und
Hilfsbereitschaft anregen, sind sie richtig. Wenn sie unsere Selbstkritik und unser Nachdenken darüber anregen, wie wir künftig auf unserer Welt leben sollten, sind sie richtig. Aber wenn sie uns die
Hoffnung nehmen und uns in Verzweiflung stürzen, sind sie falsch. Das Leid ist nicht das letzte Wort Gottes über uns – so wenig, wie es das letzte Wort über Christus war. Wacht also und
betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallt.
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