Evangelisch - Lutherisches    Kirchspiel  Dippoldiswalde - Schmiedeberg

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Gottesdienste    und Hinweise auf besondere Veranstaltungen im Kirchspiel Dippoldiswalde - Schmiedeberg
(Änderungen, besonders in der langfristigen Planung können sich noch ergeben!

Gottesdienste in der Regel sonntags 10.00 Uhr,

Konzerte in unseren Kirchen

Die Stadtkirche
St. Marien und Laurentius

im Stadtkern von Dippoldiswalde ist die Heimstatt der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde. Jeden Sonntag wird zum Gottesdienst eingeladen - in der Regel 10.00 Uhr mit gleichzeitigem Kindergottesdienst. Daneben ist die Stadtkirche Heimstadt von Kantorei und Kammerchor Dippoldiswalde und  verfügt über eine wertvolle Orgel. Die Stadtkirche ist ein Zentrum der Kirchenmusik von regionaler Bedeutung.

Seit dem frühen 13. Jahrhundert gibt es an der Stelle der heutigen Dippoldiswalder Stadtkirche ein Kirchengebäude. Der erste Bau war eine spätromanische Basilika, von der noch die unteren Stockwerke des Turmes, das Hauptportal, das schon den stilistischen Übergang zur Gotik zeigt, und der schöne Eingangsraum der Kirche erhalten sind.
Das schöne 
Hauptportal der Kirche im unteren Teil des Kirchturmes zeigt merkwürdige alte Kratzspuren, die Fragen aufgeben, für die ganz sichere und endgültig überzeugende Antworten bis heute nicht gefunden worden sind.

In den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts oder gar schon in der Zeit des Übergangs vom 15. zum 16. Jahrhundert ist an  der Stelle der alten romanischen Kirche die heutige gotische Hallenkirche erbaut worden.
Natürlich ist die im Verhältnis zur damaligen Zahl der Einwohner der Stadt große gotische Kirche auch ein Zeugnis des damaligen Wohlstandes der Stadt (Bergbau). Zugleich ist die Kirche aber auch ein Zeugnis des Glaubens und der spätmittelalterlichen Frömmigkeit der Gemeinde jener Zeit. Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht einerseits die lichte Weite des Innenraumes der Hallenkirche. Andererseits ist auffallend, dass der Hauptaltar durch einen tiefen Chorraum und deutlich erhöht vom Versammlungsraum der Gemeinde abgesetzt ist. Und auch die bis heute bemerkenswerte Akustik, die mehr dem Gesang als dem gesprochenen Wort dienlich ist, erinnert an das Empfinden der spätmittelalterlichen Frömmigkeit.

 
1541 trat der erste lutherische Pfarrer unserer Kirche sein Amt an. Die Gemeinde der Stadt war Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde geworden, die lutherische Reformation schließlich auch in Dippoldiswalde durchgeführt.
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges erlitt die Kirche, wie auch die ganze Stadt, schwere Schäden: 1634 ist die Kirche und mit ihr die gesamt Innenausstattung ausgebrannt. Lediglich die Mauern blieben erhalten, aber auch das Gewölbe des Altarraumes war so stark beschädigt, dass es abgetragen werden musste.
 Was dann geschah, ist besonders bemerkenswert: Obwohl die schwer getroffene Stadt ziemlich entvölkert war (das Taufbuch enthält für diese Zeit jährlich nur zwei bis vier Eintragungen), baute man in wenigen Jahren die Kirche wieder auf. 1638 konnte die Kirche wieder geweiht werden. Die Gestaltung war für damaliges Empfinden schlicht. Die beschädigten Gewölberippen wurden erheblich abgeflacht, der Raum einfach, ohne Stukkatur oder dergleichen verputzt. Ein Maler aus der Gegend, Samuel Heber aus Fürstenwalde, malte die Kirche einfach aus.
Das Ergebnis ist freilich beachtlich: Der Raum erstrahlt in klarem Weiß und Fenster und Türen sind farbig umrandet (schwere Eisenbänder werden durchbrochen - überall Blumen, grün, Fröhlichkeit, die aus der starren Form dringt), das Deckengewölbe ist als angedeutete Paradieseswiese gestaltet: einfache Malerei aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert auf gotischem Baukörper, Zeugnis fröhlichen Glaubens von Menschen in schwerer Zeit. Mit schlichten, einfachsten Mitteln wurde ein schöner Raum gestaltet.
Bald nach der Wiedereinweihung 1638 kamen neue Ausstattungstücke von hohem künstlerischem Wert in die Kirche: Die Kanzel 1642, der Taufstein 1653, der Altar 1657, der 1670 das Bild des Gekreuzigten gemalt von Hofmaler Johann Fink aus Dresden erhielt. Eine besondere Kostbarkeit ist die
Kassettendecke des Altarraumes - ein Werk des Dresdner Malers Hans Panitz (1642): Christus in der Mitte ist umgeben von Evangelisten, Propheten und Aposteln. 1686 wurde der obere Teil des Turmes nach Plänen des Oberlandesbaumeisters Wolf Caspar von Klengel errichtet. Bemerkenswert ist, wie der schöne barocke Turmaufsatz sich in das romanische und gotische Bauwerk einfügt. Ohne daß die Erbauer ihre jeweilige Zeit verleugnet hätten, ist doch ein harmonischer äußerer Gesamteindruck des Gebäudes entstanden.
Nach und nach sind die Emporen in der Kirche errichtet worden, bis ins 18. Jahrhundert hinein. Die Bretter der Brüstungen der Emporen der Nordseite sind mit einfachen, aber bemerkenswerten Bildern bemalt worden. Die Bilder der
"Ratsherrenempore" weisen durch ausgewählte Geschichten aus der Bibel darauf hin, welche Verpflichtung die Obrigkeit nach damaliger Auffassung für die städtische Gemeinde hatte: Arbeits- und Lebensmöglichkeiten schaffen, Arme pflegen und versorgen, für Gerechtigkeit sorgen und sich vor dem König für die Stadt einmütig einsetzen. Die Bilder der Empore über der Ratsherrenempore zeigen Geschichten aus dem Alten Testament.
1841 wurde die Kirche in neugotischem Stil renoviert und die Ausstattung in den folgenden Jahren entsprechend der damaligen Konzeption ergänzt. Daran erinnern heute nur noch das Altarbild aus dem Jahr 1869, das den auferstandenen Herrn mit den Emmausjüngern zeigt (hängt heute im Seitenschiff), die Windfänge der Seiteneineingänge und die Orgel. Unsere Orgel ist übrigens ein recht bemerkenswertes Instrument, erbaut vom Dippoldiswalder (!) Orgelbaumeister Stöckel und 1864 geweiht. Mit geringen späteren Ergänzungen der Dippoldiswalder Orgelbaumeister Lohse und Barth handelt es sich um ein sehr gutes Instrument mit mechanischer Schleifladentraktur, das ein neugotisches Äußeres hat, in mancher  Hinsicht aber auch den barocken Orgeln Gottfried Silbermanns nachempfunden ist.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurden die Fenster des Altarraumes mit guten
Buntglasfenstern versehen

1964 bis 1980 ist das Innere der Dippoldiswalder Stadtkirche restauriert worden. Hauptziel war, den Raumeindruck von 1638 wieder herzustellen. Mitgewirkt haben nicht nur Restauratoren aus Dresden, sondern mit vielen Spenden und ungezählten freiwilligen Arbeitsstunden auch viele Kirchgemeindeglieder. So ist unsere Kirche auch ein Zeichen dafür, dass es heute Menschen in Dippoldiswalde gibt, denen ihre Kirche wertvoll und Heimat ist.

Geöffnet ist unsere Kirche zu stiller Andacht und zur Besichtigung in der Regel montags, dienstags, donnerstags, freitags und sonnabends von 9.00 Uhr bis mindestens 12.00 Uhr.
Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass die Kirche tatsächlich geöffnet ist, oder wenn Sie eine besondere Besichtigungszeit vereinbaren wollen oder eine Kirchenführung erbitten wollen,
dann wenden Sie sich bitte an uns, denn ganz unbeaufsichtigt wollen wir unsere schöne Kirche
nicht offen lassen, und so kann es schon sein, dass Sie ohne Voranmeldung manchmal auch
zu den hier angegebenen Zeiten leider vor verschlossener Tür stehen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch, sei es zum Gottesdienst, zu einem Konzert,
zu Augenblicken der Stille in der Kirche oder auch zur Besichtigung
.


Kirche im Stadtbild

Gottesdienstbilder
Außenansichten

Glocken

Raumeindrücke

Kassettendecke

Buntglasfenster

Hauptportal
Kirchturm

Ratsherrenempore
Bilder 19. Jahrhundert

Die anderen Kirchen unseres Kirchspieles:
Hennersdorf  Kipsdorf  Sadisdorf  Schmiedeberg  Reichstädt  Kahle-Höhe-Kirche Reichstädt St. Nikolai Dippoldiswalde