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Konfirmandenfahrt nach Terezin und Prag
Bis 2005 machten sich die Konfirmanden unserer Region und ihre Pfarrer an einem Tag auf den Weg um einiges anzuschauen, was mit dem
früheren jüdischen Leben in Mitteleuropa zu tun hat. (Ab 2006 tritt an Stelle dieser Fahrten ein Besuch der Dresdner Synagoge)
Die Beschäftigung mit Glauben und Leben der Juden und mit dem Judentum überhaupt ist uns wichtig, weil das Judentum die Religion ist,
aus der heraus der christliche Glaube gewachsen ist. Auch Jesus war Jude. Das Judentum zu kennen gehört zur Allgemeinbildung, hilft zum Respekt vor dem Glauben und Denken anderer Menschen und hilft durch
Wahrnehmen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zum Verstehen besseren unseres eigenen Glaubens.
Wichtig sind uns diese Fahrten daneben auch deshalb, weil das schreckliche Ende des Judentums während der Zeit des Nationalsozialismus,
alles, was damals an schlimmstem Unrecht an jüdischen Menschen allein ihrer Rasse wegen geschehen ist, zu unserer Geschichte gehört. Natürlich ist ein Konfirmand von heute nicht verantwortlich für
Vertreibung und Völkermord an den europäischen Juden durch Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945. Es ist aber wichtig, Geschichte zu kennen, zu verstehen und zu verinnerlichen, damit schlimmes sich
nicht wiederholt, und auch damit wir ins Nachdenken kommen über die dunklen Seiten des Menschseins und der Gesellschaft.
Der erste Schwerpunkt dieser Konfirmandenfahrt ist die Besichtigung des jüdischen Viertels in Prag. Die Gebäude, Bürgerhäuser,
Synagogen und der Friedhof sind gut erhalten. Ein solch geschlossenes städtebauliches Ensemble jüdischen Lebens gibt es in deutschen Städten die Zerstörung der Synagogen 1938 durch die
Kriegszerstörungen nicht mehr.
Eine Stunde Freizeit für jeden auf dem schönen Altstädter Markt Prags bietet Entspannung und durchatmen.
Während der Busfahrt nach Terezin wird ein beeindruckender Erlebnisbericht eines Mädchens, dessen Vater Tscheche und dessen Mutter
jüdischer Abstammung war, vorgelesen, das während der Zeit des deutschen “Nationalsozialismus” aus ihrem Elternhaus herausgerissen von Prag nach Theresienstadt deportiert worden war. Dann in
Theresienstadt angekommen besichtigen wir die “kleine Festung”, eine große Festungsanlage, erbaut im 18. Jahrhundert, als Böhmen noch zu Österreich gehört hatte, und die dann ab 1939 von den
Nationalsozialisten als Gefängnis genutzt wurde für Gegner des Hitlerregims aller Art und auch als Durchgangslager für viele Juden, bevor sie in Vernichtungslager abtransportiert worden sind. Sicher,
Theresienstadt selbst war keine Vernichtungslagers. Aber tief beeindruckend, bewegend war es schon auch hier, an Gebäuden und Einrichtung, die in der Zwischenzeit kaum verändert worden sind, zu erahnen,
wie grausam und würdelos Menschen mit anderen Menschen umgegangen sind, und wie rechtlos es zuging in der Zeit dieser Diktatur, wie schlimm schlimme Menschen in unzählbaren Fällen mit denen umgegangen
sind, die einfach nur anderer Abstammung waren.
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